Infrastruktur-Monitoring und Wartung aus dem All (Vegetation, Schäden)
Vermeidung sechsstelliger Schäden durch Früherkennung

Bild: LiveEO GmbH
1Beschreibung
Neben punktuellen Setzungen gibt es andere externe Risiken für Infrastrukturen, die Satelliten im Blick behalten können. Ein prominentes Beispiel ist die Vegetationsüberwachung entlang von Verkehrswegen und Leitungen: Bäume und Büsche, die ins Lichtraumprofil ragen oder Stromleitungen gefährden. Mit Satellitenbildern und KI lassen sich tausende Kilometer Bahnstrecke oder Leitungstrassen automatisiert auswerten. Das Berliner Unternehmen LiveEO (160+ Mitarbeiter, €60M+ Funding, DB Supplier Innovation Award 2021) bietet ein System, das aus Satellitendaten Gefahrenstellen für Betreiber identifiziert – seien es umsturzgefährdete Bäume, Unterspülungen oder Erdrutsche. LiveEO arbeitet seit 2018 mit der Deutschen Bahn zusammen. Auch Oberflächenschäden nach Extremereignissen kann man per Satellit detektieren (Change Detection): Etwa Erdrutsche nach Starkregen auf einer Bergstraße oder Überschwemmungen, die Bahndämme unterspült haben.
2Nutzen und Zahlen
Für Bauunternehmen, die auch im Infrastruktur-Erhaltungssegment tätig sind, ergeben sich dadurch effizientere Wartungsstrategien. Anstatt überall regelmäßig Patrouillen zu schicken, identifiziert man risikobehaftete Abschnitte aus dem All und kann Teams gezielt dort einsetzen. Quantitativ: Wenn ein Bahninfrastruktur-Betreiber dank Satellitenwarnung einen drohenden Oberleitungsschaden durch Baumfall verhindert, spart das schnell sechsstellige Summen. Die Kosten für eine satellitengestützte Vegetationsüberwachung sind dabei deutlich geringer als die potenziellen Schadenssummen – ein einziger großer Sturm-Schaden kann leicht mehrere Millionen kosten.
3Praxisbeispiel
Eine österreichische Baufirma mit Autobahn-Betriebsauftrag nutzt monatliche Satellitenbefliegung (optisch im Sommer, Radar im Winter) für eine 100 km lange Strecke. Die KI-Analyse findet, dass bei km 54 plötzlich die Böschung verfärbt/abgesackt erscheint – ein Hinweis auf beginnende Rutschung. Noch bevor die nächste Streckenkontrolle planmäßig käme, wird das Wartungsteam hingeschickt und stabilisiert die Stelle für ~50.000 €. Wäre die Böschung ohne Vorwarnung abgerutscht, hätte die Autobahn gesperrt werden müssen – Kosten durch Verkehrsbehinderung und Notinstandsetzung: geschätzte 1 Mio. €.
Quellen & Referenzen
- LiveEO— Berliner Unternehmen für satellitenbasierte Infrastrukturüberwachung
- Deutsche Bahn— Partnerunternehmen von LiveEO seit 2018
- DB Supplier Innovation Award— LiveEO-Auszeichnung 2021