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PIONEER PROJEKT 2025M bis XLEtabliert
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Großflächige Standortsuche und Planung mit Satellitenbildern

Erhebliche Reduktion der Planungskosten in der Frühphase

Großflächige Standortsuche und Planung mit Satellitenbildern

Bild: Earthi

1Beschreibung

Bereits seit Jahren nutzen Planer und Immobilienentwickler Satellitendaten für die Standortanalyse und Bauplanung. Aktuelle hochauflösende Satellitenbilder (optisch und Radar) ermöglichen einen schnellen Überblick über große Areale – von topografischen Verhältnissen bis zur Landnutzung. In Österreich stehen z.B. über das EU-Copernicus-Programm freie Sentinel-2 Bilder (10 m Auflösung laut ESA) und orthorektifizierte Luftbilder zur Verfügung, die in GIS-Systemen Planungsgrundlagen liefern. Geländemodelle aus Satellitendaten (etwa das EU-DEM) helfen bei der Trassenfindung für Infrastrukturprojekte, während Landbedeckungsdaten (z.B. CORINE) Hinweise auf Bodennutzung und Umweltrestriktionen geben.

2Nutzen und Zahlen

Satellitenbilder decken große Flächen kosteneffizient ab. Ein einzelnes Radarsatelliten-Bild (z.B. TerraSAR-X im StripMap-Modus) erfasst laut DLR ~30 × 50 km in einem Durchgang. Ein Straßenbauplaner kann damit in einem Schritt ein gesamtes Korridorgebiet analysieren – etwas, das terrestrisch Wochen dauern würde. Die Kosten für kommerzielles hochauflösendes Bildmaterial liegen im Bereich einiger hundert bis wenigen tausend Euro pro Szene. Zum Vergleich: Eine traditionelle Befliegung oder viele Vor-Ort-Begehungen eines 1500 ha Planungsareals können deutlich teurer sein. Durch Satellitendaten lassen sich die Planungskosten in der Frühphase erheblich reduzieren.

3Praxisbeispiel

Eine Immobilienentwicklungsgesellschaft in Wien prüft per Satellit mögliche neue Logistikstandorte entlang der Autobahnen. Mithilfe von frei verfügbaren Sentinel-2-Daten werden innerhalb weniger Tage alle Parzellen >5 ha im Umkreis von 50 km analysiert, auf bestehende Versiegelung und Anbindung geprüft. So identifiziert das Team zwei vielversprechende Brachen, ohne einen einzigen Außendiensttermin – eine Vorselektion, die früher mehrere Wochen in Anspruch genommen hätte.

Quellen & Referenzen